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5 Fakten über Phthalate: unsichtbarer Gefahrstoff für Gesundheit und Umwelt

Aktualisiert am: 21. Februar 2024
5 Fakten über Phthalate unsichtbarer Gefahrstoff für Gesundheit und Umwelt. Phthalate Liste, Tabelle mit Produkten

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5 fakten über das alternative material anstatt plastik

5 Fakten zur chemischen Verbindung: Phthalate

  1. Phthalate werden häufig in Kunststoffen verwendet, um den Kunststoff weicher, dehnbarer und flexibler zu machen: die zählen also zu den Weichmachern.
  2. Dies schließt Produkte ein, die wir täglich nutzen, von Verpackungen über Bodenbeläge bis hin zu Spielzeug und sogar in einigen Kosmetika, sind Phthalate enthalten.
  3. Forschungen haben gezeigt, dass Phthalate mit einer Reihe von Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht werden können: Hormonelle Störungen, Reproduktionsprobleme ➚ und sogar ein erhöhtes Krebsrisiko ➚.
  4. Besonders besorgniserregend ist ihre Wirkung auf Kinder, Babys und Ungeborenen, bei denen sie Entwicklungsstörungen verursachen können.
  5. Phthalate sind nicht nur für Menschen problematisch. Sie stellen auch eine Gefahr für die Umwelt dar. Da sie leicht aus Produkten herausgelöst werden können, finden sie ihren Weg in Wasser und Boden, wo sie das ökologische Gleichgewicht stören und die Tierwelt schädigen können.

So erkennt man das Material: Verbraucher-Information

Kann man als Verbraucher erkennen, ob ein Produkt Phthalate enthält?

Phthalate sind unsichtbar und im Kunststoff verarbeitet, sodass man sie optisch nicht erkennen kann. Phthalate lassen sich nur im Labor nachweisen. Was Verbraucher dennoch tun können:

  1. Symbole und Codes auf Kunststoffprodukten: Auf Kunststoffprodukten finden sich oft Recycling-Codes. Phthalate werden oft in Produkten mit dem Recycling-Symbol 3 (PVC oder Vinyl) verwendet. Achten Sie auf dieses Symbol als möglichen Hinweis auf Phthalate.
  2. Inhaltsstoffe von Kosmetika und Körperpflegeprodukten überprüfen: In der EU müssen Kosmetika und Körperpflegeprodukte ihre Inhaltsstoffe auf dem Produkt auflisten. Phthalate können unter Namen wie DBP (Dibutylphthalat), DEP (Diethylphthalat) und BzBP (Benzylbutylphthalat) erscheinen.
  3. Vermeiden von Produkten mit hohem Risiko: Eine zuverlässige Möglichkeit zur Kontaktvermeidung mit Phthalaten ist es, die Verwendung von Produkten zu reduzieren, die wahrscheinlich Phthalate enthalten. Insbesondere, wenn sie in direkten Kontakt mit der Haut kommen oder in der Nähe von Nahrungsmitteln verwendet werden. Das heißt: Möglichst andere, kunststofffreie Materialien wählen oder solche Kunststoffe, die keine Phthalate enthalten wie z.B. PP (Polypropylen). Eine Liste mit Produkten die Phthalate enthalten ist weiter unter in diesem Artikel aufgeführt.
pcv symbol polyvinylchlorid

Gut zu wissen: Produkte aus der EU, Deutschland: Die Phthalate DEHP, DBP und BBP sind seit dem Jahr 2005 von der EU in Babyartikeln und Spielzeug verboten worden. DINP, DIDP und DNOP (Di-n-octylphthalat) dürfen enbenfalls nicht für Kinder und Babyartikel verwendet werden. Produkte, die in Deutschland verkauft werden, aber z.B. aus China stammen unterliegen dieser Regelung nicht. In importierten Produkten kommt es daher leider häufiger vor, dass Weichmacher wie auch Phthalate enthalten sind.


So erkennt man Phthalate: Verbraucher-Information

Gesundheit und Umwelt

Eines der Hauptprobleme mit Phthalaten ist, dass sie schwer abbaubar und nachweislich schädlich für Lebewesen sind: Mensch und Tier. Dies bedeutet, dass sie sich in der Umwelt anreichern, wodurch ihre negativen Auswirkungen über lange Zeiträume bestehen bleiben. Ihre Entfernung aus kontaminierten Gebieten ist sowohl schwierig als auch kostspielig. Auch im menschlichen Körper, genauer gesagt im Urin ➚ wurden Phthalate bereits nachgewiesen.


Phthalate Liste: Diese Produkte aus Kunststoffen enthalten möglicherweise Phthalate

Alltagsprodukte, die Phthalate enthalten können: Phthalate Liste

Alltagsprodukt mit möglicher Phthalat-BelastungAlternative Materialien und Produkte
Lebensmittel, die in „Weichplastik“ verpackt sindUnverpackte Lebensmittel, Lebensmittel in Gläsern, Lebensmittel in PP-Verpackungen
Speiseöl und fetthaltige Lebensmittel (z.B. Fisch in Konserven, Öle wie z.B. Oliven oder Sonnenblumenöl dass bei der Produktion durch PVC-Schläuche fließt)Lebensmittel in Gläsern und Flaschen, möglichst biologisch
Haus, Garten, Baumarkt
Bodenbeläge aus Kunststoffen: PVCLinoleum, Laminat, Parkett
Bodenbeläge aus Kunststoffen: VinylLinoleum, Laminat, Parkett
Wandbeläge wie TapetenPapiertapeten
WandfarbenWandfarben ohne Schadstoffe (Wasserbasis, schadstofffrei: Siegel und Zertifizierungen beachten)
LackeLacke ohne Schadstoffe (Wasserbasis, schadstofffrei: Siegel und Zertifizierungen beachten z.B. Spielzeugnorm)
Rohre
Planen und Folien (z.B. für Teiche oder Hochbeete)für Hochbeete gibt es einige andere alternative Möglichkeiten: Vlies, Holzrahmen, Edelstahlbleche z.B.
Kleb und Dichtstoffe, SchmieröleSiegel und Zertifizierungen beachten
Kabel (z.B. von elektrischen Geräten), Kabel für Elektro-Installationen
Handschuhe wie. z.B. Gartenhandschuhe für Erwachsenen oder auch Kinder(!)(Garten)Handschuhe ohne Schadstoffe (Siegel und Zertifizierungen beachten)
Kunststoff- ummantelte Fahrradschlösser
Alles, was gummierte Griffe hat (vom Hammer bis zum Kaffeebecher)lebensmittelechtes Silikon oder auf gummierte Ummantelungen verzichten
Kind / Baby
Babyartikel wie Beiß- und KauspielzeugNaturkautschuk
Babyspielzeug allgemeinBabyspielzeug aus Naturkautschuk, Stoff, Holz
BuntstifteBuntstift ohne Schadstoffe (Siegel und Zertifizierungen beachten)
KinderspielzeugKinderspielzeug aus Holz
Kinderwagen (Griffe, weiche Kunststoff-Elemente)Kinderwagen ohne solche Elemente wählen
SchwimmflügelnSchwimmflügel aus Baumwolle und solche aus alternativen Materialien
Schwimmspielzeug, Wasserbälle
Planschbecken
Phthalate in Kosmetikprodukten
NagellackeNagellacke mit überwiegend natürlichen Inhaltsstoffen
BodylotionNaturkosmetik, Kosmetik ohne Schadstoffe
Duschgele, Shampoo, HaarpflegeprodukteNaturkosmetik, Kosmetik ohne Schadstoffe
SeifeNaturkosmetik, Kosmetik ohne Schadstoffe
HaarsprayNaturkosmetik, Kosmetik ohne Schadstoffe
ParfümNaturkosmetik, Kosmetik ohne Schadstoffe
Mode, Kleidung, Freizeitartikel
Armbänder von FitnessuhrenLeder, PP-Armbänder, Armbänder aus recycelten, unbedenklichen Stoffen
Kopfhörern, Earbuds, Ohrhörer
KunstlederEchtes Leder (nicht für veganen Lebensstil geeignet)
SchuhsohlenBio oder vegane Schuhe (und andere natürliche Materialien)
Flip-FlopsFlip-Flops aus natürlichen Materialien wie z.B. Kork
RegenbekleidungRegenbekleidung aus alternativen Materialien
GummistiefelGummistiefel aus alternativen Materialien
Sonstiges
EinweghandschuheEinweghandschuhe aus Naturkautschuk
medizinische Produkte (z.B. Infusionsbeutel)
Autoteile und Innenausstattung
Hinweis: Diese Liste darf beliebig öffentlich genutzt und kopiert werden, unter Verlinkung der original Quelle.

Phthalate: Alternativen und Lösungen

Glücklicherweise gibt es mittlerweile viele Alternativen zu phthalathaltigen Produkten. Viele Hersteller bieten inzwischen phthalatfreie Varianten ihrer Produkte an, ob aufgrund zahlreicher EU-Verbote oder aus eigener Initiative. Dennoch wurden allein im Jahr 2020 immer noch allein in Europa mehr als 1,3 Millionen Tonnen Weichmacher zur Weiterverarbeitung verbraucht.

Sowohl die Forschung als auch die Kunststoff-Industrie arbeiten an der Entwicklung alternativer Weichmachern, die weniger schädlich sind. Als Verbraucher kann oder sollte man, soweit es geht, natürliche und organische Materialien und Produkte bevorzugen: Dies gilt für alle Produkte, die im Alltag verwendet werden, siehe Phthalate Liste oben.

Auch wichtig: Regelmäßiges Lüften der Wohnräume. Phthalate können aus Produkten in die Luft Ihres Zuhauses entweichen. Regelmäßiges Lüften kann helfen, die Konzentration dieser Chemikalien in Innenräumen zu reduzieren.

Ein Aufruf zum Handeln und Umdenken

Die Fakten über Phthalate sind eindeutig – sie stellen eine ernsthafte Bedrohung für unsere Gesundheit und die Umwelt dar. Doch indem wir uns informieren und bewusst für Alternativen entscheiden, können wir einen Unterschied machen. Es liegt an uns, Druck auf Hersteller auszuüben, um sicherere Produkte zu fordern und gleichzeitig unseren eigenen Konsum zu überdenken.

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