5 Fakten über lebensmittelechtes Silikon (in der Küche)

5 Fakten über Silikon (lebensmittelecht): für Backformen, Küchenpinsel und mehr

5 Fakten zum Material: Silikon (lebensmittelecht)

  1. Lebensmittelechtes Silikon wird aus Sand (genauer: Quarzsand) hergestellt, nicht wie Plastik auf Basis von Erdöl. Sand besteht hauptsächlich aus kleinen Körnern von Quarz, einem Mineral, das aus Silizium- und Sauerstoffatomen besteht. Dennoch gehören Silikone chemisch gesehen zu den synthetischen Polymeren: Kunststoffen. Silikon in lebensmittelechter Qualität findet sich so gut wie in jeder Küche, ob als Backzubehör wie z.B. Pinsel oder Backformen für Muffins, als Deckel für Vorratsbehälter oder Kaffeebecher, oder auch als Beutel zum Einfrieren.
  2. Zu den wichtigsten Eigenschaften von lebensmittelechtem Silikon gehören: UV-Beständigkeit, wasserabweisend, gute Haltbarkeit / Langlebigkeit, gute Hitze- und Kältebeständigkeit (ca. bis +230 und –30 Grad Celsius). Es kann im Ofen, in der Mikrowelle und sogar im Gefrierschrank verwendet werden, ohne seine Eigenschaften zu verlieren.
  3. Auch wenn lebensmittelechtes Silikon weit verbreitet als Material für Küchenzubehör eingesetzt wird, so ist es auch umstritten, was seine Wirkung auf Gesundheit und Umwelt betrifft. Denn auch Silikonbackformen können unter Umständen beim Backvorgang sogenannte flüchtige organische Verbindungen ausdünsten, die in die Muffins, Kuchen und anderen Backwaren übergehen (siehe auch: Ökotest – Muffinformen aus Silikon: Immer wieder landet Plastik im Gebäck ➚).
  4. Im Gegensatz zu anderen, auf Erdöl basierenden Kunststoffen und wird Silikon nicht brüchig und hat seine Flexibilität als größte Eigenschaft. Silikonformen und -utensilien wie z.B. zum Backen können zusammengedrückt oder gerollt werden, ohne ihre Form zu verlieren. Außerdem müssen sie oft nicht extra eingefettet werden.
  5. Allerdings ist Silikon ebenso wie andere Plastikarten nicht biologisch abbaubar und wird bisher kaum von der Industrie recycelt. Lebensmittelechtes Silikon ist zwar eine Alternative zu Einweg- und auch „Dauer-“ oder Mehrweg-Plastikprodukten. Es ist wiederverwendbar und hat aufgrund seiner Langlebigkeit eine geringere Umweltbelastung. Jedoch ist es keine Lösung und Antwort auf das globale „Plastikproblem“, ebenso wenig wie es das beste Material für die Küche ist.

Wie erkennt man lebensmittelechtes Silikon als Verbraucher?

Wie erkennt man lebensmittelechtes Silikon?

Lebensmittelechtes Silikon ist typischerweise geruchlos und geschmacksneutral. Es hat eine weiche, flexible Textur und ist in einer Vielzahl von Farben erhältlich. Produkte aus lebensmittelechtem Silikon tragen in der Regel eine Kennzeichnung wie „lebensmittelecht“ oder „Silikon für Lebensmittelkontakt zugelassen“, die ihre Eignung für den Kontakt mit Lebensmitteln bestätigt.

Es gibt hier aber leider seitens der Hersteller keine einheitliche oder gesetzlich verpflichtende Kennzeichnung.


Gesundheit und Umwelt: lebensmittelechtes Silikon

Gesundheits- und Umweltfaktoren

Wie lebensmittelechtes Silikon hergestellt wird (vereinfacht)

Lebensmittelechtes Silikon wird durch ein spezielles Herstellungsverfahren produziert, das sicherstellt, dass das Endprodukt den strengen Anforderungen für den Kontakt mit Lebensmitteln entspricht. Die Hauptbestandteile für die Herstellung von lebensmittelechtem Silikon sind Siliziumdioxid (Silizium aus Quarzsand) und Sauerstoff. Diese Rohstoffe müssen von hoher Reinheit sein, um die Qualität des Endprodukts zu gewährleisten.

Ist lebensmittelechtes Silikon frei von Weichmachern? Ist es gesundheitlich unbedenklich?

In der Regel ist lebensmittelechtes Silikon frei von schädlichen Weichmachern, wie sie in anderen Kunststoffen oft als Additive eingesetzt werden. Weichmacher sind chemische Substanzen, die häufig in Kunststoffen verwendet werden, um sie flexibler und formbarer zu machen. Einige bekannte Weichmacher, wie z.B. Phthalate, gelten als potenziell gesundheitsschädlich und können in bestimmten Kunststoffen, insbesondere in minderwertigen oder nicht lebensmittelechten Materialien, vorkommen.

Dass lebensmittelechtes Silikon eben keine schädliche Weichmacher enthält, macht es zu einer bevorzugten Wahl für verschiedene Küchenutensilien, Backformen, Babyprodukte und andere Artikel, die in direktem Kontakt mit Lebensmitteln stehen.

Dies ist jedoch nur die eine Seite, denn auch Küchenzubehör aus Silikon kann Stoffe an Lebensmittel abgeben, wie Ökotest und Stiftung Warentest in verschiedenen Tests herausgefunden haben. Und über diese flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) ist bisher kaum bekannt, ob oder welche negative Auswirkungen sie auf die Gesundheit haben. Fest steht jedoch: Wenn sich chemische Stoffe aus dem Silikon lösen, essen wir sie mit. Weder Ökotest noch Stiftung Warentest raten jedoch grundsätzlich von der Verwendung ab, sondern empfehlen z.B. für Backformen, diese im Backofen vor dem ersten Gebrauch für eine Stunde bei 200 Grad aufzuheizen.

Was man als Verbraucher sonst noch tun kann

Für Verbraucher ist es neben diesen Tipp generell ratsam, das Material und das Etikett des Produktes genau zu prüfen, und nach Qualitätsmerkmalen Ausschau zu halten. Auch Prüf und TÜV-Siegel können helfen, mehr über das verwendete lebensmittelechte Silikon herauszufinden. Wie auch bei anderen Artikeln gilt allerdings auch hier: Bei minderwertig hergestellten Produkte sowie aus Nicht-EU-Ländern importierten Produkte ohne Kennzeichnung ist Vorsicht geboten.

Wie umweltfreundlich die die Herstellung von lebensmittelechtem Silikon?

Die Herstellung von lebensmittelechtem Silikon erfordert Energie für verschiedene Prozesse wie Mischen, Vulkanisation und Formgebung. Die Verwendung von erneuerbaren Energiequellen und energieeffizienten Produktionsmethoden kann den Umwelteinfluss reduzieren. Der große Vorteil von lebensmittelechtem Silikon ist: Für die Herstellung wird kein Erdöl benötigt.

Insgesamt kann die Herstellung von lebensmittelechtem Silikon umweltfreundlich sein, wenn sie unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsprinzipien und umweltfreundlichen Produktionsverfahren erfolgt. Die Verwendung von erneuerbaren Ressourcen, die Minimierung von Abfall und Emissionen sowie die Förderung von Recycling und Wiederverwendung tragen zur Umweltverträglichkeit bei. Es ist jedoch wichtig, dass Hersteller und Verbraucher (Stichwort: Richtig entsorgen) gleichermaßen ihre Verantwortung wahrnehmen und sich für nachhaltige Praktiken in der gesamten Lieferkette einsetzen.

Wie wird lebensmittelechtes Silikon richtig entsorgt?

Lebensmittelechtes Silikon ist langlebig und kann viele Jahre verwendet werden, ohne seine Eigenschaften zu verlieren. Nach dem Ende seiner Lebensdauer sollte es, wenn es sich um geringe, haushaltsübliche Mengen handelt, in der grauen Restmülltonne entsorgt werden. Dies gilt auch für Alltagsgegenstände aus dem Küchenbereich oder Babyartikel aus Silikon (Backformen, Babyspielzeug etc.).

Das Recyceln und somit die Wiederverwendung von lebensmittelechtem Silikon steckt leider, wie Vieles andere auch, noch in den Kinderschuhen. Einige weniger Hersteller bieten bereits Programme zur Rücknahme und Wiederverwertung von Silikonprodukten an, aber dies sind noch Ausnahmen.

Produkte, die aus lebensmittelechtem Silikon hergestellt werden: Tabelle

Alltagsprodukte aus Silikon, die wir jeden Tag verwenden

  • Rund ums Backen: Silikonbackformen, Muffinformen, Back- und Butterpinsel, Dauerbackmatten
  • Lebensmittelaufbewahrungsbeutel, Beutel zum Einfrieren
  • Als Deckel für Kaffee To Go Becher, Thermobehälter
  • Als Deckel für Vorratsdosen, Glasaufbewahrungsbehälter
  • Babyartikel wie Schnuller und Schnuller-Alternativen, Baby-Spielzeuge, Greifbälle und Co.
  • Smartphone und Tablet Hüllen
  • Silikone in Kosmetikprodukten wie Shampoo, Haarkuren
  • Als Dicht-, Kleb- und Baustoff

Lebensmittelechtes Silikon als Plastik-Alternative

Die Verwendung von lebensmittelechtem Silikon ist eine von Vielen Entscheidungen in unserer heutigen Zeit, die wir zur Reduzierung von Einwegplastik oder aber auch „Dauerplastik“ bevorzugen können. Es ist wichtig, auf Produkte zu achten, die explizit als lebensmittelecht gekennzeichnet sind, um sicherzustellen, dass sie keine schädlichen Zusatzstoffe enthalten.

Natürliche Materialien wie verschiedene Holzarten, sowie nachhaltig zertifiziertes Holz, auch Bambus, sind jedoch noch besserer Alternativen zu Plastik (gerade in der Küche) und außerdem biologisch abbaubar, was Silikon nicht ist. Glas kann im Gegensatz zu Silikon hervorragend recycelt werden. Auch Edelstahl ist recycelbar wird wird bereits zu etwa 80 % wiederverwendet für neue Produkte.

Abschließend lässt sich zusammenfassen: Lebensmittelechtes Silikon ist nicht die ultimative Ersatzlösung für Plastik – weder aus Sicht der Umwelt noch aus gesundheitlicher Sicht. Es ist eine Alternative, die man verwenden kann, wenn man einige Punkte beachtet und es keine anderen alternativen Materialien gibt. Wenn es jedoch auch Möglichkeiten aus Holz, Glas, Edelstahl oder anderen „nachhaltigeren“ Materialien gibt, kann oder sollte man besser auf diese zurückgreifen.

Verbraucher-Fragen zum Thema. Silikon im Haushalt, lebensmittelechtes Silikon zur Verwendung in der Küche

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